Der Spätburgunder ist die edelste rote Traube. Sie liebt nördliche Regionen, wo sie langsam und delikat reift. So liefert der Pinot Noir in seiner Heimat, dem Burgund, samtige, volle, rubinrote Rotweine, die den Charakter eines jeden Weinbergs im Glase widerspiegeln. Die besten aus dem Burgund sind die teuersten Rotweine der Welt. Doch schon im 12. Jahrhundert brachten Zisterziensermönche diese sensible Rebsorte in den Rheingau, und um 1900 kostete ein „Red Hock“ genauso viel wie ein „Volnay“. Da Klima und Topografie sich nicht geändert haben, ist das Potential für große Rotweine in der superwarmen Lage Reichestal nach wie vor gegeben.
Allerdings ist der Pinot Noir eine hochsensible „“Madame“ unter den Reben, die nur bei
niedrigen Erträgen und sorgsamster Vinifikation herausragende Weine hervor bringt.
Deshalb schneiden wir schon im August einen großen Teil der Trauben, um die verbleibenden Trauben besser reifen zu lassen. Das ist die Vorraussetzung für einen großen Rotwein: Weniger ist mehr! |