Rheingau

Das oder auch der Rheingau ist mit seinen circa 3200 ha Rebfläche eines der kleineren, von insgesamt 13 deutschen Weinanbaugebieten. Die Weinberge sind hauptsächlich nach Süd - Südwest geneigt und so sind die Reben sehr gut für die Sonne exponiert. Insgesamt gibt es 123 Lagen, die Weinberge liegen zwischen 80 und 200 Meter über NN. Die Sonnenscheindauer beträgt  im durchschnittlich jährlichen Mittel in etwa 1300 Sonnenscheinstunden während der Vegetationsperiode bei einer durchschnittlichen Temperatur von um die 16°C. Der 50. Breitengrad verläuft zudem durch den Rheingau und bietet ein Klima in dem selbst Mandeln und Zitronen reifen.
Auch wenn in Rheingau ausschließlich "Rhein" enthalten ist, so umfasst der Rheingau auch die Region am Main, in der Weinbau betrieben wird. Aus weinbaulicher und weinrechtlicher Sicht gehören die Städte Wiesbaden, Hochheim und Flörsheim zum Rheingau. Flörsheim-Wicker ist die östichste Weinbaugemeinde des Anbaugebiets und darf sich deshalb auch das "Tor" zum Rheingau" nennen.
Die Hauptrebsorte im Rheingau ist Riesling, gefolgt von Spätburgunder und einigen wenigen anderen weißen und roten Rebsorten. Weinbau betreiben im Rheingau um die 890 Betriebe. Schon im Jahr 1435 wird der Riesling das erste Mal genannt.  Die klimatischen Bedingungen sind im Rheingau optimal für den Riesling.
Im Rheingau steht der Terroirgedanke schon seit Jahrhunderten im Vordergrund. Das Qualitätsbewusstsein ist stets von größter Bedeutung. 1855 wurde  im Rheingau mit der Klassifizierung der Lagen begonnen, Grundlage dafür war die Güte der Böden. 1999 wurde eine neue Gütekarte vorgestellt, wobei 35 % der Rheingauer Lagen als "Erstes Gewächs" klassifiziert wurden. Nur im Rheingau gibt es die Klassifizierung "Erstes Gewächs". Neben der Güte der Böden, steht hierbei vor allem die Qualität der Trauben im Vordergrund. Das "Erste Gewächs" unterliegt strengen Anbauregelungen und Erzeugungskriterien. Die Trauben dürfen ausschließlich per Hand gelesen werden, der Ertrag darf 50 hl/ha nicht überschreiten und die Qualität der Trauben muss mindestens der einer Spätlese entsprechen. Zudem werden die ausgebauten Weine einer sensorischen Prüfung unterzogen. Denn erfüllt man alle Anbaukriterien und Erzeugnungsauflagen, so hat man nicht automatisch ein "Erstes Gewächs" produziert. Die sensorische Prüfung entscheidet darüber, ob der Wein einem "Ersten Gewächs" würdig ist. Zudem darf der Wein erst ab dem 01.September des folgenden Jahres in den Verkauf kommen.
In Rheingau ist das Wort "Gau" enthalten, welches sich aus dem Althochdeutschen "das Gau" = "ein am Wasser gelegenes Land" ableiten lässt. Im Mittelhochdeutschen bedeutet "Gau" Landschaft. Beide Bedeutungen lassen sich sehr gut auf das Rheingau anwenden. Es ist eine sehr schöne Landschaft direkt am Rhein, in unserem Fall am Main, gelegen.

Sollten Sie sich noch weiter für das Rheingau interessieren oder eine Reise in unsere Heimat planen finden sie sowohl beim VDP Rheingau, als auch beim Rheingauer Weinbauverband zahlreiche Informationen.