falstaff - VDP - Grosse Gewächse 2011
17/03

Der 1. September ist in der deutschen Weinszene längst zum spannungsvoll erwarteten Stichtag geworden. Notizen von Peter Moser und Stephan Reinhardt.

Der 1. September ist in der deutschen Weinszene längst zum spannungsvoll erwarteten Stichtag im Weinjahr geworden. Dann nämlich kommen die besten trockenen deutschen Weine, die Grossen Gewächse, erstmals offiziell auf den Markt. Falstaff hat für Sie bereits in der letzten Augustwoche rund 350 VDP-Weine verkostet - diese finden Sie im »Grosse-Gewächse-Report«. Der Jahrgang 2011 kann was – das haben all jene Weine schon gezeigt, die bereits früher auf den Markt - gekommen sind. Und ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger aus 2010, der den Winzern nur sehr geringe Erntemengen bescherte, füllte der 2011er die Keller wieder anständig auf. Die Qualität stimmt auch, an der Mosel waren sogar Vergleiche mit dem Jahrhundertjahrgang 1971 zu hören. Es lohnt sich, sich mit den Grossen Gewächsen auseinanderzusetzen – den Falstaff-Autoren hat es jedenfalls eine Menge Spaß gemacht. Notizen von Peter Moser und Stephan Reinhardt.

 

2011 Hochheim Hölle - 94 Punkte

Helles Gelbgrün. Feine Steinobstanklänge, zarter Blütenhonig, ein Hauch von Tropenfrucht und Wiesenkräutern, noch etwas verhalten. Saftig, engmaschig, weiße Fruchtanklänge, finessenreicher Säurebogen, bleibt sehr gut haften, zitronige, animierende Nuancen im Abgang, mineralisches Finale, ein Athlet ohne Gramm Fett am Körper, sicheres Entwicklungspotenzial.

 

2011 Rüdesheim Berg Rottland - 92 Punkte

Helles Grüngelb. Zurückhaltendes Bukett, betont mineralischer Anklang, zart nach frischem Steinobst, braucht Luft. Engmaschig, frisch strukturiert, weiße Fruchtnuancen, zitroniger Touch im Finale, mundwässernde Mineralik im Abgang, gutes Zukunftspotenzial.

 

2011 Hochheim Kirchenstück - 91 Punkte

Helles Grüngelb. Zart rauchig unterlegte weiße Steinobstnote, im Hintergrund ein Hauch von Maracuja, braucht etwas Luft im Glas. Saftig, elegant und rund, etwas barocke Textur, feiner Säurebogen im Abgang, im Abgang dominiert die Süße etwas, wird von Flaschenreife profitieren.

 

2010 Hochheim Reichestal, Spätburgunder - 90 Punkte

Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zart rauchig-kräuterwürzig unterlegte Orangenzesten, intensive Trockenkräuternote, selchige Nuancen. Schokoladiger Touch am Gaumen, frisch strukturiert, ein Hauch von Weichseln, kraftvolle Tannine, rotbeerig-zitroniger Nachhall, braucht noch weitere Flaschenreife. 

Zurück